Samstag, 4. Februar 2012

Für das Folgende habe ich noch keinen Titel (Teil 9)

Aus dem Laptop dudelte die romantische Melodie des Vorspanns. Ein weißer Schriftzug erschien auf dem schwarzen Hintergrund und ein Panorama erschein. Die Kamera schwenkte um auf die Hauptdarsteller, einen Mann und eine Frau.
„Auf einem Laufwerk voller Filme aller Genres suchst du dir ausgerechnet diesen Film aus?“
Empört sah sie ihn an, während die Hintergrundmusik weiter dudelte. Sie gab ihm einen Klaps auf die Schulter und lehnte sich wieder an die Wand:
„Du bist doch doof. Der Film ist schön.“ Sie verschränkte die Arme vor der Brust.
„Ja, du hast natürlich vollkommen Recht. Der ist der Hammer“, sagte er in einem sarkastischen Unterton. Sie legte ihren Kopf auf seine Schulter. „Ja, ist er“, sagte sie leise.
Er war überrascht von der Situation, die sich plötzlich so ergeben hatte und überlegte, was er nun tun sollte. Doch er kam zu dem Entschluss, dass es besser sei, einfach nichts zu denken, und es so zu nehmen, wie es kommt. Sein Instinkt würde ihm schon den richtigen Weg weisen.
„Glaubst du etwa nicht an die Liebe auf den ersten Blick?“, fragte sie ihn ohne ihren Kopf zu heben. Er drehte seinen zu ihr: „Nein, tue ich nicht. So etwas braucht Zeit und Menschenkenntnis über den anderen.“
„Du bist also der Meinung, man kann sich nur lieben, wenn man sich schon länger kennt?“
„So ist es. Bist du da anderer Meinung?“ Sie hob ihren Kopf:
„Nicht unbedingt!“ Sie lehnte sich zu ihm rüber, schloss die Augen und küsste ihn. Er erwiderte den Kuss, ohne darüber nachzudenken, was er eigentlich tat. Er ließ sich nach hinten fallen, sodass sie auf ihm lag und schupste mit einem leichten Schupser den Laptop mit seinem Fuß vom Bett. Sie zog ihr Top aus, genauso wie ihren BH und lehnte sich wieder zu ihm runter.

Mit samt ihren noch warmen und nach Zwiebeln duftenden Dönern setzten sich die drei Jungen wieder an den Tisch, an dem immer noch Jennys Mutter auf sie wartete. Seelenruhig setzte Nick sich hin, als ob er mit allem, was um ihn herum passierte nicht das Geringste zu tun hätte. Genüsslich biss er in seinen Döner, als würde er Jennys Mutter nicht beachten.
„Ich hab gerade eine SMS von ihr bekommen, in der allerdings nur stand, sie würde heute Nacht bei Freunden schlafen, und dass es ihr gut geht und dass ich mir keine Sorgen machen soll. Also bei wem ist sie nun?“, fragte die Frau nun leicht hysterisch.
Nick sah auf und legte seinen Döner weg: „Ach ja, wir wissen es auch nicht. Hatte ich nicht erwähnt, dass wir den Namen ihres Freundes nicht kennen?“ Der Junge zuckte mit den Schultern.
„Nein, das hattet ihr nicht!“
„Oh, unser Fehler. Wir können ihnen wie gesagt nur sagen, dass sie wahrscheinlich bei ihrem Freund sein wird.“
„Super! Was mach ich jetzt bloß?“, fragte die Frau ziemlich genervt.
„Drüber schlafen. Sie wird ja nicht für immer weg bleiben, oder?“
„Was für ein Rat!“ Die Frau sprang von ihrem Sitz auf und war schon auf dem Weg zur Tür, als sie sich doch noch einmal umdrehte und zum Tisch zurück ging.
„Tut mir leid, ist ja nicht eure Schuld“, entschuldigte sie sich noch schnell, bevor sie hektisch das Lokal verließ. Die Tür fiel hinter ihr ins Schloss.
„So sieht’s aus!“, freute sich Nick und riss die Arme in die Luft, „Ich sag doch ich kann ihr das wieder ausreden.“ Stan klopfte ihm auf die Schulter: „Respekt!“, sagte er in einem leicht sarkastischen Tonfall.
„Ich bin gespannt wie das noch weitergeht bei denen. Ich meine früher oder später wird sie das eh alles erfahren, dass es Marcel ist und so…“, überlegte Kevin laut.
„Ja, wird sie. Aber dann kann Jenny sich doch dafür rechtfertigen und nicht wir.“ Zufrieden biss Nick in seinen Döner und hielt anschließend seine Handfläche in die Luft. Stan zuerst, und dann auch Kevin schlugen mit ihrer dagegen.
„Jungs, was war das denn für ein aufgescheuchtes Huhn. Alter, hatte die irgendwie Koffein-Schock, so aufgedreht wie die war?“, tönte es in einem vertrauten türkischen Akzent vom Tresen zu ihnen rüber. Lachend sah Ali sie an und wartete auf die Antwort:
„Unwichtig, die war nur ein bisschen durch den Wind. Hatte nix mit uns zu tun.“ Die Jungs kicherten, stolz darauf, dass sie es nicht verbockt hatten und wandten sich alle drei wieder dem Fladenbrot vor ihnen zu.

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